Die Weihnachtsfarben

Weihnachtsfarben

Weihnachten ist heute Grün, Gold, Rot und Weiss, meist auch silbrig-transparent.

Grün ist unser heidnisches Erbe. Die Hoffnung auf die bald wiedererwachende Natur holen wir uns mit der immergrünen Tanne ins Wohnzimmer. Christus kannte vermutlich keine Tannenbäume. Eine Dattelpalme würde vielleicht zu unseren christlichen Feiertagen im Kontext besser passen. Grün wäre dann immer noch im Spiel. Doch unsere Vorfahren hätten eine fremdländische Palme nicht mit ihrem Mittwinter verbinden können. Die grüne Tanne war in diesen Breiten besser bekannt.

Rot ist in unseren Augen die Farbe der intensivsten Emotionen. Liebe aber auch Wut, Sexualität, Begehren und die farbliche Botschaft Achtung, Aufmerksamkeit sind hier enthalten. Rot wärmt uns auf. Jeder Gegenstand, jedes Umfeld oder Zimmer erscheint uns in Rot oder in rotes Licht getaucht gleich viel wärmer. Unser Temperaturempfinden wird durch gesehenes Rot verändert.

Die Komplementärfarben Rot und Grün sind ein kontrastreiches Duo, dass aber in unserer kulturellen Entwicklung erst sehr spät zu Kirche und Christentum gefunden hat. Kirchenbilder verherrlichen seit jeher das Allerheiligste zum Heiligen Fest, wie Mutter Maria, ihre unbefleckte Empfängnis und das Christuskind. Wertvolle Symbole wurden schon immer in besonderen Farben abgebildet und gezeigt. In den vorindustriellen Jahrhunderten waren manche Farben kostspielig und selten. Dunkle Blautöne wie Kobalt oder Indigo konnte man fast mit Gold aufwiegen. So malt der klerikale Maler dieser Zeit die Mutter Maria in einem dunkelblauen Gewand, sofern er die Farben bezahlen kann. Kein Rot und kein Grün, lediglich ein goldener Heiligenschein krönt die gemalte edle Gestalt.

Bei uns soll es zum Fest schön glitzern und strahlen. Der amerikanische Kitsch hat längst Einzug gehalten in unser Farbgefühl. Silber, Kristalle und Gold werden verschwenderisch benutzt.

Teuer und opulent soll es wirken, mit prallen gesättigt-auffallenden Farben in Verbindung mit bedeutsamem Festgrün. Noch nicht grell aber immer authentisch. Das Erkennen und Wiedererkennen der schmückenden Weihnachtsfarben steht immer im Focus der Farbwahl.

Glück, ein angenehmes, aktives und hoffnungsvolles Leben, Freundschaft, Gesundheit, Hoffnung und Lebensfreude sind Bedeutungen der Farbharmonien aus Rot, Grün und Gold. In diesem Jahr erweitern wir den Farbklang um Gelb und Weiss, für mehr Optimismus in dieser Weihnachtszeit.

Eure C. A. Fleur

Die Farben von Halloween

Am Abend des 31. Oktober, dem Tag der Reformation, und Vorabend vor dem katholischen Feiertag Allerheiligen steht das eingedeutschte Halloween-Treiben an. In unserer Vorstellung sehen wir leuchtende Orangene Kürbisfratzen und in Schwarz verkleidete Kinder, die unaufhörlich „Süßes oder Saures“ rufen.  Fragen wir nach der Herkunft der dominanten Farben Orange und Schwarz, so sollten wir einen kleinen Einblick in die Geschichte dieses Spektakels nehmen.

Schwarz steht in diesem Kontext für Tod und Teufel, das Höllenfeuer leuchtet in Orange-Rot. In Schwarz zeigt sich Dramatik, das Böse, eine Bedrohung, die Angst und Schrecken verbreitet. Dem setzen wir das leuchtende Orange-Rot der beleuchteten Kürbis-Fratzen, die zum Schutz vor bösen Geistern aufgestellt werden, entgegen. Die kleinen und großen meist schwarz gewandeten Besucher rufen eingedeutscht „Süßes oder Saures“ was im englischsprachigen Raum als „Trick or Treat“ daher kommt und sich aus der keltischen Tradition der Cennad y Meitw ableitet, die als Botschafter der Toten verstanden wurden. Das erklärt dann auch die Skelett-Kostüme, die mit fahlen Weissen Knochen auf Schwarzem Stoff daherkommen.

Die keltische Mythologie beschreibt, dass sich in der Nacht vor dem kletischen Fest Samhain die Welt der Toten und die Welt der Lebenden vermischen. Wir könnten Besuch aus dem Totenreich bekommen. Doch was wir sehen, sind Schwarz-Orangene Süßigkeiten und Deko-Artikel.

Die Farben des Halloween, die neben den dominanten Farben Schwarz und Orange auch alle abgetönten, dreckigen und düsteren Farbtöne von Rot bis Braun umfassen, stehen in diesem Kontext für abweisende, böse, brutale, harte und laute Gefahr, Spaß, Macht, Magie und Wut.

Vergessen wir nicht, dass Schwarz auch für Frömmigkeit und Distanz und das leuchtende Orange als exotisch, spirituell, rebellisch und als Warnfarbe „safety orange“ wahrgenommen wird. Orange öffnet im positiven Sinn unser Gemüt, fördert die Begeisterungsfähigkeit und unsere Selbstsicherheit. Als Solitärfarbe ist Orange alles andere als furchteinflößend.

Besonders in dieser Zeit sollten die Halloween-Farben Schwarz für Distanz und Orange als Warnfarbe verstanden werden, denn Süßes ist Zuhause am gesündesten.

Herbst

Im sanften Kerzenschein und bei stimmungsvollem Schmuck aus der Natur, wie rotbackige Äpfel, goldbraun leuchtende Kastanien, bunte Blätter und einer duftenden Tasse Tee aus zartem Porzellan, die den honigfarbenen Schein des wohlschmeckenden Tees schemenhaft verrät, fühlen wir uns geborgen.

Diese Farbharmonie aus warmen Gelbtönen in der Beleuchtung strahlen ohne Anstieg der Umgebungstemperatur Wärme, Weichheit und Wohlbefinden aus.

Auf unserer Dachterrasse steht ein kleiner Keramik-Kürbis in sattem Orange, passend zu der nahenden Halloween-Zeit.

Melancholie ist in dieser Zeit zuhause. Hölzernes Braun, gedecktes Grau, Goldgelb aber auch ein schüchternes Violett und Rosa mit wenigem blassen Grün beschreiben diese Jahreszeit.

Das goldene Gelb der tiefen Sonnenstrahlen entspannt und hellt das Gemüt auf. Düstere Momente, die durch getrübte, blasse und verwaschene Töne auf uns wirken, ernüchtern und deprimieren uns oftmals. Im Interieur oftmals verwendete Grautöne, wie bei schmucklosem Sichtbeton unterstützen trübe Gefühle, Mittelmaß und Langeweile, denn Grau ist die Farbe ohne Charakter.

Kehren wir zu den Brauntönen zurück, die erdig und vertraut, unbedrohlich aber auch spießig daherkommen. Sie geben Sicherheit und wirken vertraut.

Ein goldener Herbst in Sonnengelb, Orange, mattem Grün und erdenen Tönen, alles in warmes Kerzenlicht getaucht, ist eine herzerwärmende Phantasie.